Linux vs. Windows Sysadmin
Immer wieder gibt es hitzige Diskussionen, welches Betriebssystem das bessere sei – Linux oder Windows.
Doch wie steht es um die Admins, die hinter den Systemen stecken? Welcher Systemadministrator ist besser – Linuxadmin versus Windowsadmin.
Ein paar gesammelte Thesen hierzu:
- Linuxadmins == aufgeweckte Leute
- Linuxadmins lernen schnell
- Der Linuxuser ist ein Poweruser und liebt es (s)einen Server zu betreiben
- Linuxadmins kennen verschiedene Technologien
- Linuxadmins bevorzugen die Kommandozeile während Windowsadmins “Klicki-Bunti” lieben
- Linuxadmins beherrschen die Administration von Windowsnetzen in kürzerer Zeit, als ein MCSE für die Realisierung einer Aufgabe für ein Linux System benötigt
Zum größten Teil stimme ich diesen Thesen vollkommen zu. Wie steht ihr dazu?
Links:
via ciberciti.biz
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Stephan
Grundsätzlich seh ich das auch so…. aber was ist mit den “Doppel-Admins”? Also mit denen, die sowohl als auch?
In meinem Fall ist das so, dass ich meine Win-Server sehr häufig mit der Tastatur bediene
matthias
Geht mir als “Doppel-Admin” ja nicht anders. Aber dort greife ich auch gerne zur Konsole. Geht meistens sogar noch schneller, als sich durch die ganzen Menüs zu klicken
Stephan
Das heisst doch eindeutig, dass Linux-Admins die besseren Win-Admins sind *grins*
matthias
Richtig – im Umkehrschluss bedeutet dies nix anderes
Stephan
Was gibts an einem Montag schöneres als diese Erkenntnis? Dazu noch ein fast durchgehend “grünes” Nagios und Admin kann sich beruhigt aufs Fahrrad setzen und radeln gehen
matthias
So lange bei Nagios alles im grünen Bereich ist, ist alles gut. Wenn dann aber nachts das Handy bimmelt, wars das mit dem Radeln (oder was auch immer man da gerade macht)
Stephan
Wer radelt denn nachts? *grins*
Hm, die Nagios-Messages laufen bei mir auf nem Blackberry auf und der ist _lautlos_… Da guck ich dann erst morgens früh drauf… ist aber alles ne Frage der “Wichtigkeit”: ich hab 12 Server zu betreuen keine Notwendigkeit 27/7 zu gewährleisten, eher 7-19
Du hast scheints ne größere Klamotte an der Backe :-/
Craig
Hmm, ich auch
24×7x365
matthias
Nunja, wenns nicht läuft sind die Kunden schon unfreundlich. Da ist es immer ganz gut, wenn der Kunde den Ausfall nicht bemerkt oder der Ausfall sehr schnell behoben ist.
Aber natürlich gibt es auch diese alten Gammelserver, die weniger Beachtung genießen als andere – unternehmenskritische – Server. Ein Gammelserver kann dann auch schon mal ne Zeit lang ausfallen, ohne das wer was merkt bzw. es irgendwen juckt
Craig
Am Lustigesten finde ich es immer, wenn ein Server mal für ein paar Stunden tot ist und keiner merkts, noch lustiger ist es dann, wenn der Kunde 99,95% Verfügbarkeit gekauft hat…und das also garnicht braucht.
matthias
Ist ja sowieso häufig nur ne Marketinggeschichte mit der Hochverfügbarkeit. Aber: was keiner weiß, macht keinen heiß, gelle?
Craig
Hm, naja nicht ganz. Es soll auch Kunden geben, die selbst Nagios einsetzen um genau das zu überwachen, liegt ja auch nahe, oder? Andere Kunden merken auch jede Downtime, weil einfach so viele User die Seite besuchen und sich *immer* irgendwer beschwert (auch Nachts um 3), sobald die mal nur eine Minute weg ist….
matthias
Na klar – es gibt auch die Meganörgler, die jede noch so kleine Downtime bemerken und sofort rumnerven.
Craig
Genau! Oder die lieben Kollegen..kaum geht das Netz 20 Sekunden nicht, erhält man mindestens 5 Anrufe, 3 Mails und es stehen auf einmal 4 Leute im Büro und fragen “wann geht es wieder”, “was ist los”, etc. ->Am Besten gleich den BOFH raushängen lassen (“Wir haben euch das Internet gesperrt, weil ihr zu viel surft” etc.) *gg
matthias
Boah, das kenn ich auch!
Als wenn der Winamp MP3 Stream so wichtig wäre
morph
Hi beisammen,
der Thread ist zwar schon etwas älter, aber ich habe dieses Blog erst vor zwei Tagen entdeckt. Und so möchte ich meinen Senf auch gerne dazu geben, weil das Thema meinen Nerv trifft.
Selbst habe ich größere Netzwerke noch nicht unter meinen Fittichen gehabt, habe aber als fest angestellter Programmierer schon den einen oder anderen Möchtegern-Admin kennen gelernt. Und wie ich feststellen musste, waren das in 98% der Fälle Windows-Admins, die sich durch ein Stück Papier (MCSE/A), mit dem ich mir den (oh nein, lassen wir das), für wer weiß wen halten. Und in 100% der Fälle hat ein Gespräch (fachlicher Natur versteht sich) den Mopp entlarvt.
Selbstverständlich sind UNIX/Linux-, bzw. Doppeladmins die Besseren, weil das freie Betriebssystem ein tieferes Hintergrundwissen erfordert. Und gerade das lässt sie in kritischen Situationen auch eher den Überblick behalten, um nicht zu sagen cool bleiben. Es reicht meines Erachtens nicht aus, dass man sich zum richtigen Fenster durchklicken kann, um dann ein lächerliches Häkchen zu setzen. Ein iptables Skript kann ich doch nur dann schreiben, wenn ich den Aufbau und die Funktionsweise der verschiedenen Protokolle verstehe.
Ich habe einen MCSE kennen gelernt, der mich gefragt hat: “Wo steht das drin? RFC??? Was ist das?” Und zu sowas fällt mir dann wirklich gar nichts mehr ein.
Beste Grüße
Uwe
matthias
Häufig hat man also Windows Admin wohl auch keine Wahl als unstrukturiert an das Problem ranzugehen. Logfiles gibts ja nicht so wirklich (die Ereignisanzeige ist ein Witz). Also sind die Möglichkeiten:
1. Funktion nochmal testen
2. Alle Konfigurationsmöglichkeiten durchprobieren und nochmal testen
3. Programm neu starten
4. Rechner neu starten
5. Programm neu installieren
6. Nach neuer Programm Version suchen (und diese installieren)
7. Windows neuinstallieren
Ursachenforschung unter Windows? Fehlanzeige!
Linux gibt einem hier viel mehr Erfolgserlebnisse, da Probleme in der Regel durch logisches Denken lösbar sind. Das Buch von Mathias Kettner “Fehlerdiagnose und Problembehebung unter Linux” hat hier eine sehr gute Weisheit:
1. Fehler reproduzieren
2. Fehlerursache finden
3. Fehlerbehebung an der *Ursache*
Und dann ist da noch was mit der Wirkungskette, aber das dauert jetzt zu lange zum Erklären und sprengt den Umfang des Kommentars.
Kurzum – du hast vollkommen recht
Michl
Hallo Matthias und Morph,
Wie schon gesagt, Doppeladmins stecken 95 % der Windowsadmins in die Tasche, aber ich kenn eben auch Gegenbeispiele. Das wollt ich nur mal gesa … äh geschrieben haben.
so ganz kann ich euch beiden nicht zustimmen (Auch wenn ich mich zur Kategorie Doppeladmin zähle). Ich würde sagen zu 95 % sind Doppeladmins die besseren. Ich kenne den ein oder anderen Windows Admin (natürlich MCSE usw …. ), die auch wirklich fundierte und weitreichende Kenntnisse haben. Linux mögen sie nur wegen der Tipperei nicht. Und wer Linux richtig verstehen will, kommt ohne die Tastatur sowieso nicht weiter.
matthias
Guten Morgen Michl,
du hast natürlich vollkommen recht. Es gibt auch Windows Admins, die es richtig drauf haben (und mit Sicherheit viele Doppeladmins und Linuxadmins locker in die Tasche stecken). Aber – so ist meine Erfahrung – die meisten *reinen* Windows Admins gehören eben nicht dazu. Aber ich denke nicht, dass dies nur an dem Betriebssystem liegt, sondern auch an der generellen Einstellung der Person vor dem Bildschirm.
Michl
Richtig. Das wollt ich noch schreiben, habs aber dann vergessen. (und wer ist schuld? … natürlich die Freundin
) …. Kommt auf die generelle Einstellung der Person an. Admin ist kein Beruf sondern mehr eine Lebenseinstellung.
Windows powerShell
Linux Admins = Hippies
Windows Admins = IT-Pros
*SMILE*