Buchtipp: Kuckucksei von Clifford Stoll
Das Buch “Kuckucksei” von Clifford Stoll beschreibt die Jagd auf einen deutschen Hacker in den Pionierjahren des Internets (als dieses noch ARPANET hieß). Die komplette Geschichte beruht auf wahren Tatsachen aus den Jahren 1986 bis 1987.
Cliff Stoll, seines Zeichens Astrophysiker, wird 1986 als Systemmanager am Lawrence Berkeley Laboratory in Kalifornien eingestellt, wo er für die Wartung und Administration der dortigen Großrechner zuständig ist. Aufgrund eines Abrechnungsfehlers von 75 Cent kommt Cliff einem findigen Hacker auf die Schliche, der über transatlantische Leitungen Zugriff auf das Forschungsnetz hat. Von hier bewegt sich der Hacker weiter zu anderen System und u.a. auch ins MILNET, dem Netzwerk des Militärs.
Cliff nimmt eine wirklich spannende Jagd auf sich, die ein Jahr lang dauern sollte. Er versucht Behörden wie FBI und CIA in Bewegung zu setzen, um die Identität des Hackers aus Europa ausfindig zu machen. Dabei mach Stoll die Nacht zum Tag und schläft sogar in den Serverräumen, nur um den Hacker rechtzeitig zu erwischen und die Ausdrucke auf den Nadeldruckern zu studieren.
Von Clifford Stoll sollte man ein Foto gesehen haben, um der Person im Buch ein Gesicht zu geben. Der Autor ist 1951 geboren und eigentlich kein Computerfachmann, sondern Astronom. Durch diese Ereignisse wurde er jedoch, zu damaligen Zeiten, zum echten Sicherheitsexperten für UNIX Systeme und Netzwerke.
Schwer vorzustellen, dass Hacker damals noch mit solchen Methoden verfolgt wurden. Die Zeiten von UNIX Großrechnern, zu denen nahezu jeder ohne allzu großen Aufwand Zugriff haben konnte, mögen zwar vorbei sein. Nichtsdestotrotz ist das Buch ein Thriller der Extraklasse, der auch heute noch über die Gefahr im Netz für jeden technisch angehauchten Computernutzer informativ sein sollte.
Das Buch ist sehr flüssig und unterhaltsam geschrieben; die 458 Seiten sind schnell durchgelesen. Es ist im Fischer Taschenbuch Verlag geschrieben und kostet neu 9,95 EUR. Gebraucht ist es aber schon ab 2 EUR zu haben. Die andere Seite der Medaille zeigt übrigens der Film “23 – Nichts ist so wie es scheint”.
Links:
“Kuckucksei” von Clifford Stoll bei Amazon
“23 – Nichts ist so wie es scheint” bei Amazon



Craig
Der arme Karl Koch


Najo, ich wollte das früher immer mal lesen, aber das wurde aus der Stadtbibliothek geklaut und die haben es nicht nachgekauft…viel interessanter sind übrigens die Syngress-Bücher, “Hacker Stories” (in dem ein von mir geschriebenes Programm kurz erwähnt wird, tööörööö!!), “How to own a Continent” und die ganze Reihe, sehr spannend und sogar realitätsnah
Übrigens hätte man auch damals schon eine andere Methode als die mit den Nadeldruckern verwenden können…der Typ hatte wohl nur nicht so viel Ahnung
Übrigens wird ihm vorgeworfen sich hochstilisiert zu haben, naja.