Buchtipp: Python for Unix and Linux Systems Administrators

Als Systemadministrator hat man häufig andere Anforderungen an Programmier- und Scriptsprachen als ein reiner Anwendungsentwickler. Der Großteil der Fachliteratur geht jedoch auf allgemeine Probleme ein und weniger auf die spezifischen Probleme der Administration von Linux und UNIX Rechnern.
O’Reilly hat nun ein Buch herausgebracht, das speziell auf die Anforderungen in der Systemadministration zugeschnitten ist.
Das Buch Python for Unix and Linux Systems Administrators ist im August 2008 erschienen und umfasst 456 Seiten geballtes Python Wissen. Die Autoren sind Jeremy Jones und Noah Gift.
Im Buch wird dem Leser zuerst klargemacht, was für Vorteile Python gegenüber anderen in der Systemadministration häufig benutzten Programmier- und Scriptsprachen hat. Verschiedene Vergleiche mit Perl und Shellscripten zeigen, dass Python Quelltext deutlich einfacher, strukturierter und übersichtlicher sein kann.
Als Schweizer Taschenmesser der Python Programmierung wird IPython genannt, bei dem es sich um eine interaktive Python Shell handelt. Ein Kapitel widmet sich der Textverarbeitung, u.a. werden Beispiele für das Logfile-Parsing und die RegEx Funktionen genannt.
Ein weiteres Kapitel zeigt, wie man mit Python Daten sammeln, verarbeiten und darstellen kann. Als Ausgabeformate werden HTML Dateien, grafische Diagramme und PDF Dokumente näher beleuchtet. Zusätzlich wird gezeigt wie man mit Python POP3 und SMTP Verbindungen aufbaut, um die verarbeiteten Daten per Mail zu verschicken.
Für die Systemadministration sehr interessant sind die Kapitel “Networking” und “Data”. In ersterem werden Module für die gängigen TCP/IP Protokolle FTP, HTTP und SSH vorgestellt. Das Kapitel “Data” widmet sich Themen wie dem Kopieren, Verschieben, Umbenennen und Löschen von Dateien sowie auch dem Vergleichen und Zusammenfügen von Daten. Die Archivierung von Daten mittels das TAR-Modules wird zusätzlich aufgegriffen.
Weitere Kapitel befassen sich mit SNMP, Python für die Cross-Platform Entwicklung sowie der Distribution von Python Programmen. Auch die Erstellung von GUIs mit PyGTK und Curses werden kurz abgehandelt. Für die Datenverlässlichkeit – insbesondere im Zusammenhang mit Datenbanken – findet sich im Buch ein eigenes Kapitel. Natürlich wird auch gezeigt wie man Python Scripte für den Gebrauch mit der Kommandozeile schreibt, so dass auch Parameter und Daten übergeben werden können. Einige Beispielprogramme zur Administration von DNS und LDAP sowie zur Apache Logfile Auswertung und zum Mirrorn via FTP schließen das Buch ab.
Alles in allem ist das Buch Python for Unix and Linux Systems Administrators sehr gut gelungen. Alle wichtigen Themen werden behandelt, wenn auch manchmal zu kurz. Zur Vertiefung bieten sich jedoch immer die Beschreibungen der einzelnen Python Module sowie Beispiele im Internet an. Wer mit Python als Tool zur Linux und UNIX Systemadministration starten will, sollte sich das Buch anschaffen. Wer sich nicht sicher ist, ob Perl und Shellscripte besser für die eigenen Bedürfnisse geeignet sind, kann sich online einen kurzen Einblick über das Buch verschaffen.



stevie
Hi Matthias,
Dein Artikel machte wieder mal 2 Sachen klar:
1. Ich brauch mehr Zeit zum Lesen sinnvoller Bücher (wobei ich Python als ausgebildeter Programmierer immer gemieden habe aufgrund der sehr gewöhnungsbedürftigen Syntax).
2. Ich müsste wohl noch einiges an übung an den Tag legen, damit eine Rezension von mir auch so gut verständlich und aussagekräftig ist.
Also gute Arbeit und der Vollständigkeit halber nochmal ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2009!
matthias
Vielen Dank für deinen Kommentar und auch dir alles gute für 2009!