Der Wahn im LAN: DHCP

Posted on the July 22nd, 2007 under hacks,howtos by stefan

Fast jeder, der ein Büronetz zu betreuen hat, kennt DHCP. Im Folgenden werde ich einige Vor- und Nachteile erläutern:

Üblicherweise genannte Vorteile:

  • Maschine anstecken, geht!
  • das klappt bei jedem, wenig Konfigurationsaufwand
  • jeder hat eine IP, nichts wird doppelt vergeben

Nachteile:

  • Man kann auch zu doof für DHCP sein! Es gibt Leute, die ihren Laptop alle paar Wochen mitbringen, den hochfahren, bevor sie das LAN-Kabel reinstecken und sich anschließend jedes Mal wundern, dass die Domänenanmeldung nicht funktioniert…
  • Oftmals geben sich Mitarbeiter “mal eben kurz” eine andere IP Adresse, weil irgendwas im Netzwerk nicht klappt (meist PEBCAK Fehler), einige scheinen das für ein Allheilmittel zu halten. Besonders beliebt sind durch 10 teilbare Adressen und 23, 42, 69, 111, 123 und 222, die der gedächtnisschwache Admin an irgendwelche unwichtige Geräte wie z.B. Printserver, Router, Managebare Switche vergeben hat. Leider darf man auch nicht jedem Adminrechte entziehen.
  • Der 2. DHCP Server, den irgendwer im Netzwerk versteckt hat und der IPs vergibt, die in einem andere Netz sind! Besonders bei chaotischer Verkabelung macht das lustige Suchen sehr viel Spass, vor allem wenn es sich bei dem Gerät um eins handelt, dass SOHO-Switch-größe hat, keinerlei Beschriftung, von einem Mitarbeiter mitgebraucht und unterm Tisch versteckt wurde, um ab und zu mal einen Laptop dran anschließen zu können.
  • Die IPs wechseln, wenn die Lease-Zeit zu kurz ist; beim Kopieren von Daten zu jemand anderem, muss man immer die IP erfragen. Man will nicht immer den Umweg über eine Server-Freigabe machen (ich sage nur: Datenbankdumps…). Ewig lange lease-Zeiten (10 Jahre, als “Hack” damit jeder immer die selbe IP bekommt) bewirken, dass irgendwann keine IPs mehr vergebbar sind. Beides endet darin, dass sich jeder selbst eine IP einstellt, was vor allem dann ziemlich blöde ist, wenn er sich eine IP in der DHCP-Range gibt; dann bekommen auch diejenige, die nichts geändert haben Probleme. (2 Leute kommen ins Büro: “Duuu, ich habe hier so einen IP-Adresskonflikt, dabei habe ich garnichts gemacht!)

Wenn schon DHCP, dann mit festen IPs, die PCs werden anhand der MAC zu einer IP geordnet. Oftmals hört man, die Umstellung wäre viel zu aufwendig und andere Ausreden, vor allem von Windows-Admins. Ich will hier nun kurz das Gegenteil beweisen.

Scannen des Netzwerkes nach lebenden PCs (ja, mal sollte vorher schon alle anschalten):

[sourcecode language="css"]nmap -sP -P0 -PR -T5 192.168.0.0/24 -oX mynet.xml[/sourcecode]

Dann noch etwas rumschnippeln (ich weiß, quick and dirty aber für einmalige Anwendung muss es eben nicht 100% perfekt sein):

[sourcecode language="css"]grep up -A1 mynet.xml | grep addrtype=\"ipv4\" | awk -F\" ‘{print $2}’ | while read IP
do
MAC=`grep -F ${IP}\" mynet.xml -A1 | grep addrtype=\"mac\" | awk -F\" ‘{print $2}’`
if [ "$MAC" != "" ]
then
printf "${IP} ${MAC}n"
#template $IP $MAC >> /etc/dhcp/dhcpd.conf
MAC=
fi
done[/sourcecode]
Der Output sieht dann z.B. so aus:
[sourcecode language="css"]192.168.0.1 00:59:FC:C2:B1:ED
192.168.0.2 00:5f:DA:43:5B:20
192.168.0.3 00:41:8C:38:71:84
192.168.0.4 00:12:49:10:59:40[/sourcecode]

Wer schlau ist, übergibt das ganze gleich an eine Funktion, indem der Aufruf für die template-Funktion einkommentiert und folgendes Codestückchen an den Anfang des Bash-Scripts gepackt wird:

[sourcecode language="css"]
template()
{
cat <<eof
host pc-$2
{
hardware ethernet $2;
option subnet-mask 255.255.225.0;
fixed-address $1;
option broadcast-address 192.168.0.255;
option routers 192.168.0.1;
option domain-name-servers 192.168.0.2;
option domain-name "fun.de";
}
EOF
}
[/sourcecode]

So bekommt man eine schöne Liste für den ISC DHCP und das Ganze geht – da ich euch den Code einfach in die Hand drücke – in etwa 10 Minuten, wenn man nach der Ausführung noch kontrolliert, ob alles wirklich ok ist.

Übrigens sollte man im LAN generell noch ein Tool wie z.B. arpcheck einsetzen, um IP-klauende oder private Geräte anschließende Mitarbeiter sowie ARP-Spoofing entdecken zu können ;)

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12 Responses to 'Der Wahn im LAN: DHCP'

  1. 22. July 2007 at 15:37
    Lukas Beeler
  2. 23. July 2007 at 01:24
    Stefan
  3. 24. July 2007 at 00:42
    Stefan
  4. 24. July 2007 at 00:43
    Stefan
  5. 31. July 2007 at 10:47
    Michél
  6. 31. July 2007 at 16:11
    Stefan
  7. 31. July 2007 at 18:25
    Michél
  8. 01. August 2007 at 21:12
    stefan
  9. 02. August 2007 at 10:41
    matthias
  10. 02. August 2007 at 16:09
    michél
  11. 02. August 2007 at 22:05
    Stefan

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