5 Blog Clients für den Linux Desktop im Vergleich
Bloggen macht Spaß! Da stimmt mir wohl jeder Blogger zu. Aber manchmal wird die Formatierung eines Artikels mittels des Standard WYSIWYG-Editor von WordPress zur Qual. Was würde man da nicht für einen bequemen Blog Client für seine Gnome oder KDE Oberfläche geben. Ich habe mir fünf freie Blog Clients für Linux näher angeschaut und miteinander verglichen.
Folgende fünf Blog Clients treten den Vergleich an:
- BloGTK – ein GTK2 Blog Client geschrieben in Python
- Drivel – ein weiterer GTP Blogger
- Gnome Blog – ein schmaler Blog Client für das Gnome Panel
- KBlogger – Blog Client für KDE, der sich in den Kicker integriert
- QTM – ein QT4 Blogger
BloGTK
BloGTK unterstützt neben der WordPress und Blogger API auch noch die Movable Type API. Die Konfiguration gestaltet sich denkbar einfach. Nach Eingabe der WordPress XMLRPC URL und dem entsprechenden Benutzernamen und Passwort kann losgelegt werden.
Der GTK2 Blog Client unterstützt kein WYSIWYG, so dass man mit den üblichen HTML Tags Vorlieb nehmen muss. Es gibt zwar eine Vorschaufunktion, in der jedoch der Text nicht bearbeitet werden kann. Standardformatierungen lassen sich per Mausklick vornehmen. Links und Bilder müssen mit gültiger URL über ein Formular eingegeben werden. Bilder können nicht direkt hochgeladen werden, sondern müssen bereits auf dem Server vorhanden sein. Die gesamte Formatierung gestaltet sich recht mühselig, da viele Standard WordPress HTML-Tags fehlen.
Das Programm bietet eine einfache Rechtschreibüberprüfung. Bis jetzt gibt es keine deutsche Übersetzung von BloGTK, so dass man mit der englischen Version arbeiten muss. Leider konnte das Programm bei meinen Tests nicht die Kategorien meines Blogs anzeigen, so dass ein Eintrag immer in der “Allgemein” Kategorie gemacht wurde. Die mitgelieferte “Add custom Tag”-Funktion funktionierte leider auch nicht bei mir.



Drivel
Drivel – vom Autor auch “The Drivel Journal Editor” genannt – überzeugt durch eine einfache Konfiguration, in der man zwischen APIs für Advogato, Blogger, LiveJournal und Movable Type wählen kann. Um Drivel mit WordPress nutzen zu können, habe ich Movable Type als API gewählt.
Nach der Anmeldung kann man sofort einen Beitrag verfassen. Die Kategorien werden korrekt ausgelesen und es kann eine Kategorie ausgewählt werden. Unter dem Menüpunkt “Format” verstecken sich die verschiedenen Textformatierungen, die leider wiederum nur als HTML Tag im Editor erscheinen. Eine Vorschaufunktion gibt es nicht. Über zwei Formulare können Links und Bilder eingefügt werden. Auch hier ist das Hochladen von Bildern nicht möglich.
Neben einer einfachen Rechtschreibprüfung verfügt Drivel über keine speziellen Funktionen. Für andere Blog APIs kann eine Umfrage erstellt werden; diese Funktion ist jedoch mit WordPress nicht nutzbar. Positiv fällt die deutsche Lokalisierung auf: das gesamte Programm ist deutschsprachig verfügbar.




Gnome Blog
Gnome Blog wurde speziell für den Gnome Desktop entwickelt und soll sich nahtlos in das Gnome Panel einfügen. Nutzbar ist der Blog Client jedoch auch unter KDE. Das Programm unterstützt die meisten Blogger APIs im Testumfeld: blogs.gnome.org, Blogger, Advogato, LiveJournal sowie Movable Type, Pybloxsom und WordPress gehören zur Standardausrüstung des Bloggers. Zusätzlich lassen sich andere Blogs nutzen, die die üblichen Blog-Protokolle beherrschen.
Nach der übersichtlichen Konfiguration öffnet sich der Dialog zum Verfassen eines Blogeintrages. Ein WYSIWYG-Editor dient zur Texteingabe. Leider kann der Editor nur mit Fett- und Kursivtags umgehen, so dass die Textformatierung sehr spartanisch ausfällt. Die Auswahl einer Kategorie ist nicht möglich; Einträge werden immer in die Standardkategorie “Allgemein” gepostet. Links können mittels eines einfachen Formulars eingefügt werden. Das Einfügen von Bildern ist nicht möglich.
Leider gibt es keine Möglichkeit Beiträge als Entwürfe zu bloggen, so dass jeder Eintrag sofort im Blog erscheint. Die gesamte GUI ist deutschsprachig – englischsprachige Elemente konnte ich nicht finden.



KBlogger
KBlogger kann als KDE Pendant zu Gnome Blog gesehen werden. Es integriert sich nahtlos in die Kicker-Leiste, so dass mit einem Klick auf das KBlogger Miniprogramm direkt gebloggt werden kann.
KBlogger bietet einen einfachen WYSIWYG-Editor, der mit Fett- und Kursivtags umgehen kann. Das Einfügen eines Links sowie von eigenem HTML-Code ist über ein einfaches Formular möglich. WordPress Kategorien werden korrekt erkannt und eingebunden. Lediglich bei Umlauten gab es Anzeigefehler, die sich aber nicht auf die Funktionalität auswirken.
Gut versteckt ist die Dateiupload-Funktion. Ein Rechtsklick auf das Programm in der Kicker-Leiste lässt unter KBlogger Menü -> File Upload das entsprechende Formular erscheinen. Damit können Bilder direkt auf den Worpdress Webserver hochgeladen werden. Der Link zur hochgeladenen Datei wird im Anschluss angezeigt, kann jedoch nicht direkt im Editor verwendet werden. Bilder müssen mühselig über die HTML Option eingefügt werden.
Das Programm nutzt die KDE Rechtschreibkomponente zur Prüfung des Beitrages auf Fehler. Das Programm ist nur zur Hälfte ins Deutsche übersetzt; englische Textbrocken finden sich überall.




QTM
Last but not least gibt es QTM – ein Blog Client für Trolltechs QT4. Die Konfiguration von QTM gestaltet sich problemlos, wenn auch das Konfigurationsmenü noch sehr unfertig aussieht.
QTM verfügt über einen Editor, der leider kein WYSIWYG unterstützt. Dafür erlaubt er alle gängigen Textformatierungen. Links und Bilder lassen sich per Formular einfügen – eine gültige URL zum Bild muss vorhanden sein. Eine brauchbare Vorschaufunktion erlaubt vor dem Posten die Übersicht des Textes mit Formatierungen. Alle Kategorien werden korrekt erkannt und es können mehrere Kategorien zum Einstellen des Eintrages ausgewählt werden.
Neben Technorati Tags erlaubt QTM das Erstellen einer Zusammenfassung für den RSS Feed. Außerdem können dem Beitrag Trackbacks separat hinzugefügt werden. Zusätzlich bietet QTM einen Template Editor, mit dem sich Vorlagen speichern und wiederverwenden lassen. Das ganze Programm ist in englischer Sprache – eine deutsche Übersetzung gibt es derzeit nicht.




Fazit
Wer ernsthaft bloggen will und in seine Beiträge Bilder und Formatierungen einbringen will, sollte derzeit noch nicht zu einem Blog Client unter Linux greifen. Zu viele Features fehlen, vieles ist zu umständlich, als das der Blogger eine Erleichterung im Gegensatz zum WordPress WYSIWYG-Editor wäre.
Dabei ist es nicht unmöglich einen guten Blog Client zu schreiben, wie ecto für Windows und Mac OS beweist. Leider handelt es sich bei ecto um kommerzielle Software, so dass ein direkter Vergleich mit den hier vorgestellten Linux Clients unfair wäre.
Weiter im Auge behalten sollte man KBlogger und QTM. Ein Mix aus beiden Blog Clients würde wohl schon einen brauchbaren Blogger abgeben, beide alleine haben aber noch zu viele Macken.
Links:
BloGTK
Drivel
Gnome Blog
KBlogger
QTM



bed
Also ich benutze nur und ausschliesslich das Firefox Plugin Justbloggit.
Das erfüllt zusammen mit serendipity alle Wünsche.
Den Browser habe ich eh offen, also warum noch ein extra Programm?
matthias
JustBlogIt muss ich mir auch nochmal näher anschauen.
Trotzdem hätte ich gerne ein ausgewachsenen Programm mit Templateverwaltung, Bilderupload etc.
Markus
Hallo,
der Test hier ist zwar nun schon eine Zeit her, für mich aber gerade aktuell. Ich suche einen Blog-Client für Debian Sid. Meine bisherigen Erfahrungen decken sich mit Deinen, Am komplettesten finde ich da immer noch QTM.
Anyway, ich werde wohl erst mal noch beim WP-Editor bleiben.